Die Friedberger Erste hat ihr Heimspiel gegen den SV Anzing mit 30:26 (11:15) gewonnen. Gegen den Aufsteiger mussten die Bayernliga-Handballer aber lange zittern.

Denn in der ersten Hälfte lief beim TSV wenig zusammen. Gegen die sehr offensive Abwehr der Gäste taten sich die Friedberger enorm schwer. Ungenaue Pässe und viele Fehlwürfe hemmten den Offensivvortrag.

Zudem hatte die Defensive keinen guten Tag erwischt. Sie rückte gegen den wurfstarken Anzinger Rückraum vielfach zu spät heraus. Friedberg musste sich bei seinem Keeper Benjamin von Petersdorff bedanken, dass der Rückstand nicht noch stärker anwuchs.

Nach einigen einfachen Ballverlusten zu Beginn schien sich der TSV mit dem 9:11 zumindest einigermaßen zu stabilisieren, ehe er nach ganz schwachen letzten Minuten doch noch mit einem 11:15 in die Pause gehen musste.

Nach einem weiteren schlimmen Abwehrfehler, der zum 12:16 führte, gelang den Friedbergern aber auch die nötige Steigerung. Jetzt waren sie defensiv hellwach und äußerst aggressiv. Besonders Stefan Tischinger und Fabian Abstreiter hielten hinten den Laden zusammen.

Vorne überzeugten die Herzogstädter durch Tempo und Konsequenz. Manuel Scholz und Stefan Knittl machten die meisten Treffer, aber auch der Rest des Teams agierte jetzt mit viel mehr Druck. Die Tatsache, dass die Partie gleich fünfmal unterbrochen werden musste, weil auf der Höhe der Mittellinie Wasser durch die Hallendecke tropfte, störte die Herzogstädter nicht.

Bis zum 23:20 nach 47 Minuten hatte der TSV dank der deutlichen Steigerung die Partie im Griff. Anzing kam dann aber nochmals auf, weil György Szouszki eine unglückliche rote Karte sah. Der Mittespieler hatte mit dem Rücken zu einem Gegner einen Pass seines Torhüters aufgenommen und drehte sich dann unabsichtlich in den Anzinger hinein. Die Schiedsrichter bewerteten diesen Zusammenprall anders als viele der Zuschauer in der TSV – Halle. Denn jetzt war Friedberg nach einer berechtigten Zeitstrafe zuvor in doppelter Unterzahl.

Somit musste der TSV fast bis zum Ende zittern. Sechs Minuten vor dem Ende stand es 24:24, erst mit dem 26:25 drei Minuten später waren die Gastgeber wieder vorn. Der hart erkämpfte 30:26 (11:15) Heimsieg sorgte schließlich für große Erleichterung bei den Friedberger Handballern.

Trainerin Christina Seidel zog folgende Bilanz: „Vor der Pause haben wir wieder einmal zu viel verworfen, da war der Gegner zurecht vorne. Dann haben wir uns aber defensiv und auch im Abschluss gesteigert und viel weniger Fehler gemacht. Meine Mannschaft hat gewonnen, weil sie den Sieg in der engen und spannenden Schlussphase mehr wollte.“

 

Dorsch; v. Petersdorff; Okyere; Knittl (8/3); Szouszki; Tomic (5); Kaulitz (1); Riesenberger (5); Müller; Tischinger (1); Abstreiter (4); Scholz (6); Prechtl.

 

Domenico Giannino