Seit einem Monat sind die Friedberger Handballer hart am Arbeiten, um sich perfekt für die neue Saison vorzubereiten. Die Integration der vier Neuzugänge ist gelungen, die Mannschaft ist bis auf einen Spieler verletzungsfrei.

Besonders erfreulich ist auch, dass die beiden Kreisläufer, welche die letzte Saison mit Blessuren beendeten, wieder komplett von ihren Beschwerden genesen sind. Sowohl Paul Thiel als auch Daniel Okyere sind voll belastbar und konnten das anstrengende Programm seit dem Start Mitte Juni voll mitgehen. Nur Florian Wiesner fehlt noch verletzt, der Rest des Kaders ist frei von Blessuren.

Zunächst arbeiteten die Friedberger Handballer viermal die Woche an ihrer Kondition, Kraft, Athletik. In diesen schweißtreibenden Einheiten nahmen sie einen Ball gar nicht erst in die Hand, das Schaffen der körperlichen Grundlagen hatte Vorrang. Diese Phase endete nach zwei Wochen mit einem freundschaftlichen Kräftemessen gegen den Drittligisten Fürstenfeldbruck, bei dem es nur einen knappe 29:30 Niederlage gab. Ein weiteres Testspiel, diesmal gegen den Landesligisten aus Allach, gewann der TSV kurz darauf hingegen klar mit 29:23.

Jetzt steht die Arbeit an den Abwehrsystemen und der Taktik im Vordergrund. Die Herzogstädter verfeinern ihren Ansatz natürlich stets, besonders defensiv wollen sie sich noch besser auf den jeweiligen Gegner und dessen taktische Herausforderungen einstellen können. Offensiv bieten die Neuzugänge dem TSV neue Optionen vor allem für den Rückraum. Der Rückraum Mitte György Szouszki, von Ottobeuren gekommen, und Manuel Scholz, der vom VfL Günzburg zurückgekehrt ist, harmonieren da bereits gut mit den neuen Mannschaftskameraden. Auf den Außen sind Karlo Tomic, der aus Ottobeuren für die rechte Seite kam, und Stefan Knittl, der ebenfalls vom Bayernliga – Konkurrenten aus Günzburg zurückkehrte, willkommene und kompetente Verstärkungen. Die Rückkehr der lange verletzten Kreisläufer Thiel und Okyere hilft auch diesem Mannschaftsteil enorm.

Als nächstes steht für den TSV das hochklassig besetzte Turnier in Söflingen an. Dort werden sich die Handballer mit einigen höherklassigen Teams messen dürfen. Die neuformierte Mannschaft wird bei diesem Test sicher an ihre Grenzen gehen müssen.

Trainer Fadil Kqiku ist mit der Vorbereitung mehr als zufrieden: „Erst einmal das Wichtigste: Alle Spieler sind gesund, wir haben Gott sei Dank keine Verletzten. Die vier Neuen sind schon gut integriert, wir haben in der Vorbereitung dazu auch einige vielversprechende A – Jugendliche bei uns im Training. Momentan arbeiten wir hauptsächlich an unseren verschiedenen Abwehrsystemen, auch Spielzüge für Überzahl und Gleichzahl standen auf dem Programm. Es macht mir wie immer eine große Freude, mit dem Team zu arbeiten. Unser Fokus liegt jetzt auf dem stark besetzten Turnier in Söflingen, da wollen wir uns gut präsentieren.“

Abteilungsleiter Dirk Kreutzburg sieht die Friedberger Handballer gut aufgestellt für die Zukunft. Dank der Erfolge in der Jugendarbeit bekommt der TSV ein immer besseres Standing, dazu besitzt die A – Jugend in ihrer Bayernligamannschaft einige herausragende Spieler. Doch auch in den jüngeren Altersklassen gehört der TSV mittlerweile wieder zu Bayerns Elite: Die B – Jugend gewann das zweite Jahr in Folge den bayerischen Landesligatitel, die C – Jugend stellt gleich drei Bayernauswahlspieler und hat sich das vierte Jahr in Folge für die Bayernliga qualifiziert, also die höchstmögliche Liga für diese Altersklasse.

„Und gleichzeitig rennen uns die Kinder bei der E – Jugend und bei den Minis die Bude ein, freute sich Kreutzburg. „Langsam stoßen wir sowohl räumlich als auch personell an unsere Grenzen. Das bedeutet zwar kurzfristig etwas Stress für unser hart arbeitendes Trainerteam, langfristig aber bringen uns die vielen jungen Spieler mehr Auswahl für die älteren Mannschaften und zeigen, dass wir besonders mit unserem Programm, auch in den Schulen der Region besser vertreten zu sein, viel richtig gemacht haben. Ohne das geht es nicht, denn in der Jugendarbeit liegt die Zukunft.“

Ein weiterer Schwerpunkt für den Abteilungsleiter liegt in einer verstärkten Präsenz in den sozialen Medien. Der TSV Friedberg hat fast 1000 Abonnenten bei Instagram und über 1400 bei Facebook. Zudem sind die Handballer mit ihrem eigenen Kanal auf Youtube vertreten: Unter „TSV Friedberg Handball“ lassen sich Highlights aus den Punktspielen, die Pressekonferenzen aus der Bayernliga und weitere Schmankerl finden.

„Das geht für uns einher mit einer besseren Vermarktung,“ sagte Kreutzburg. „Man darf sich da keinerlei Illusionen machen: Die digitalen Plattformen gehören mittlerweile einfach dazu, wenn man in der öffentlichen Wahrnehmung präsent sein will. Da wollen wir in Zukunft noch mehr machen, aber wir haben bei all unseren Kanälen bereits gute Zuwachsraten. Zudem haben wir neue Vermarktungsmöglichkeiten geschaffen. Unsere große Sponsorenwand ist bei jeder Pressekonferenz dabei, ferner haben wir jetzt Softbanden in der Halle, für die wir bereits viele Werbepartner gefunden haben. Finanziell haben wir uns breiter aufgestellt, die Konsolidierung in diesem Bereich geht gut voran. Bei den Ausgaben haben wir alles durchleuchtet und auf Effizienz und Synergien geachtet. Und wir suchen mehr Partner im Sponsoring, ich denke, von denen kann man eigentlich nie genug haben. Aber insgesamt gilt: Nach einigen herausfordernden Jahren sind wir beim TSV besser aufgestellt, unser Blick geht jetzt ganz klar in die Zukunft.“